Die Schlagzeilen des Tages lesen, E-Mails checken, das Fernsehprogramm nachschlagen oder schnell mal den Kollegen eine Präsentation, ein Bild oder einen Text zeigen - für solche Aufgaben finde ich Tablets die beste Erfindung der Welt. Doch wenn wie bei mir, der Job hauptsächlich aus Texten und somit aus Tippen besteht, ist eine echte Tastatur partout nicht durch eine virtuelle zu ersetzen. Damit man nicht zwei Geräte anschaffen muss, gibt es die sogenannten Convertibles: Tablet und Notebook in einem. Ein frisch auf den Markt gekommener Vertreter dieser Art ist das Sony Vaio Duo 11.

 

Sony-Vaio-Duo-11_Hero

Die Faktenlage

Das touchfähige 11-Zoll-Display des Vaio Duo 11 punktet mit einer Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) – keine Selbstverständlichkeit in dieser Klasse. Im Innern sorgen Intels Core i5-3317U-Prozessor (1,7 GHz, Turbo-Boost bis zu 2,6 GHz) mit der integrierten HD Graphics 4000, 4 GByte RAM und eine 128-GByte-SSD von Toshiba für genug Power bei Standardanwendungen wie Internet, Office und Medienwiedergabe. Für anspruchsvolle Spiele in der hohen Auflösung des Displays reicht die Leistungsfähigkeit der integrierten Grafikkarte aber nicht aus.

Als Tablet gesehen, bietet das Vaio Duo 11 eine reichhaltig Ausstattung mit je einem USB-3.0-Port mit und ohne Stromladefunktion, einen HDMI-Ausgang, einen – toll, für Büroarbeiter – VGA-Port, Kartenleser, Bluetooth 4.0, WLAN-n und Gigabit-LAN. Verglichen mit anderen Ultrabooks entspricht dies zwar nur der Grundausstattung, aber für den Einsatzzweck als portables Arbeitsgerät ist das mehr als ausreichend.

Gleitender Übergang

Sonys Tablet-Notebook ist ein sogenannter Slider – vielleicht ist der Begriff dem ein oder anderen noch aus der Handywelt geläufig: Per Schiebemechanismus wird die Tastatur sichtbar. Genau genommen schiebt man bei SonyVaio Duo 11 aber nicht, sondern zieht beim "Tablet" an zwei schraffierten Stellen an den oberen Ecken des 11-Zoll-Displays. Dabei darf man ruhig etwas fester ziehen – bei allzu viel Sanftheit passiert nicht viel. Dann gleiten Ober- und Unterschale aber auseinander und geben die vollwertige QWERTZ-Tastatur frei.

Sony-Vaio-Duo-11_Mechanismus

Gut an dem Mechanismus gefällt, dass er sehr robust wirkt und nicht wackelt. Der Nachteil: Er lässt sich nur mit zwei Händen öffnen. Außerdem kann der Neigungswinkel des Displays nicht verändert werden.

Bei der freigelegten Tastatur fällt auf, dass diese kleiner ausfällt als etwa bei einem reinem Notebook mit vergleichbarer Display-Größe. Zudem ist mangels Platz das übliche Touchpad durch einen mittig angeordneten Trackpoint und drei sehr schmale Maustasten unterhalb der Leertaste ersetzt worden. Beides – die kleinen Tasten sowie der Trackpoint – sind gewöhnungsbedürftig. Rund einen Tag brauchte ich Schnelltipper, um mich an die kleinen Tasten zu gewöhnen. Wer große Hände hat, wird vermutlich länger mit Fehleingaben zu kämpfen haben. Die Funktionstasten grenzen zudem schon an das aufgestellte Display – etwas unkomfortabel. Aber zum Glück braucht man diese ja nicht allzu oft. Immerhin verfügt die Tastatur über eine Hintergrundbeleuchtung. Insgesamt lässt sich sagen: Das Tippen geht im "Notebook"-Modus schon deutlich flotter von der Hand als über die virtuelle Tastatur. An die Qualitäten eines herkömmlichen Desktop-Keyboards kommt sie aber noch nicht heran.

 

Sony-Vaio-Duo-11_Tastatur

Knackig scharfes, reaktionsfreudiges Display

Deutlich besser gefallen mir die Touch-Fähigkeiten des Displays: Es reagiert schön flott und präzise. Zudem bringt das Vaio auch einen Stylus-Pen mit – klasse, um die Touch-Unterstützung des neue Office ideal ausnutzen zu können. Hier bietet das Sony Vaio – anders als bei der Tastatur – in puncto Bedienung keinerlei Anlass zur Kritik. Das Display überzeugt zudem dank der hohen Auflösung mit einer superscharfen Darstellung. Da es über eine Glaretype-Beschichtung verfügt, reflektiert es zwar, doch aufgrund einer extrem hohen Helligkeit und der kontraststarken Darstellung lässt sich auch bei Sonnenlicht noch etwas erkennen.

 

Kompakt und ausdauernd

Das wichtigste an einem Tablet: Das man es locker im Arm halten kann, ähnlich wie eine Zeitschrift. Schließlich trägt man es im Job-Alltag doch mal häufiger mit sich herum, zu Meetings beispielsweise. Und dafür braucht es zwei Dinge: Kompakte Ausmaße und ein geringes Gewicht. Ersteres kann Sony voll einlösen: Mit 31,8 x 19,8 x 2,1 Zentimeter ist es nur unwesentlich größer als ein Magazin, wenn auch etwas höher. Beim Gewicht kommt es auf den Blickwinkel an: Mit 1,3 Kilo ist es für ein Tablet vergleichsweise schwer, für ein Notebook aber angenehm leicht. Aber insgesamt ist es leicht genug, um es den ganzen Tag mitzunehmen. Die kompakte Bauweise hat natürlich auch einen Haken: Entsprechend klein können auch nur die Akkus ausfallen. So stellt das Sony hier verglichen mit anderen Geräten zwar keine Rekorde auf, muss sich aber auch nicht verstecken: An meinem typischen Bürotag mit Recherchen im Internet, E-Mails checken, Texte schreiben, etc. etc., hielt das Sony immerhin rund sechs Stunden durch.

 

Sony-Vaio-Duo-11_mit-Stift

 

Fazit: Sonys Vaio Duo 11 ist auf jeden Fall ein sehr interessantes Convertible mit einer cleveren Schiebemechanik. Aus meiner Sicht ist es aber eher ein Tablet mit Mehrwert als ein Notebook mit Touchfunktion – hierfür fällt die Tastatur einfach zu klein aus. Seine Stärken liegen in dem hochauflösenden Display, das nicht nur mit toller Schärfe und starken Kontrasten punktet, sondern auch flüssig und präzise auf Finger- und Stifteingaben reagiert. Ausstattung und Akku-Laufzeit sind zwar nicht rekordverdächtig, gehen aber in Ordnung. Mit dem Preis von rund 1.150 Euro ist das Duo 11 jedoch alles andere als ein Schnäppchen.